Samstag, 21 October 2017

Der Schmied war und ist stets ein ernster Mann !

Was macht den Schmied aus?

Der Schmied gehörte von jeher zu einer besonderen Art von Menschen. War er nicht nur ein gutes Stück größer und stärker als die anderen Männer seiner Zeit. So war er auch bekannt für seine Ruhe und Gelassenheit. Nie erhob er seine Stimme. Lachen war im ein Graus. Ernsthaftigkeit war sein Wesen. Künstler wollte er sein und stets bescheiden. Den Geheimnissen des Stahles war er auf der Spur. Das Streben nach Vollendung und innerem Frieden, in der Harmonie seines Tuns. Den schweren Hammer zu führen in vollendeter Poesie der Bewegung, darauf richtete sich sein Ansinnen. Für einen Manne dieses Schlages blieb keine Zeit für Ausgelassenheit und sinnloses Vergnügen! Gelage mit Gesang und Weibsvolk waren ihm völlig femd! Die Fakel der Vernunft im Einklang mit den Elementen. So sahen ihn die Menschen über alle Zeiten.

Bis heute halten sich alle Schmiede an diese Tugenden und bleiben somit so gut wie unsichtbar!

Jetzt fragt sich der geneigte Leser: "Von wem spricht der Mensch, Schmiede habe ich mir ganz anders vorgestellt?"

Dann bleibt nur ein Antwort, so ein Schmied hat wahrscheinlich in dieser Form nie existiert.

Schon gar nicht bei uns in der Schmiedezunft Landkreis Emmendingen.

Das Feiern, Singen und der Frohsinn hatten und haben schon immer einen großen Anteil am Schmiedlebent. Man betrachte nur das Foto und es lässt sich unschwer erkennen das doch viele Facetten an einem Schmied zu entdecken gibt. Gerade die Fähigkeit zum Austausch und der Kommunikation über alle Ebenen, vom Anfänger bis zum Altmeister, ist es was die Mitglieder auszeichnet. Wir sind verbunden in der Liebe zu dem alten Handwerk in all seinen Ausprägungen. Kunstschmiedearbeiten, Werkzeuge, Gebrauchsgegnestände und Skulpturen etc., es gibt wohl keine Nische die nicht von den Mitgliedern der Schmiedzunft besetzt ist. Lediglich der Hufschmied ist bislang noch nicht vertreten.Das Selbstverständnis die eigenen Fähigkeiten auszubauen und somit den Staffelstab an weitere Generationen dereinst überreichen zu können ist in jedem von uns fest verwurzelt. Da es keine reguläre Möglichkeit mehr gibt das Handwerk in der traditionellen Art einer Lehre zu erlernen, ist das Handwerk auf den Einsatzwillen jedes einzelnen von uns angewiesen, seinen Lernfortschritt selbst zu planen. So finden sich in der Zunft neben den letzten echten Schmieden eine breite Palette von Professionen. Vom Metallbauer bis zum Lehrer, vom Heizungsbauer bis zum Bauingenieur um nur einige zu nennen. Es werden regelmäßige Schmiedetreffen und Übungsabende durchgeführt. Für uns ist es keine Strafe körperlich schwer zu arbeiten, ganz im Gegenteil, ist der einzelne doch Teil eines großen kreativen Schaffens das alle verbindet. So archaisch es auch anmuten muss für einen Betrachter, dem es bislang noch nicht vegönnt war am Amboss zu arbeiten, es ist die Vebindung zu unseren Wurzeln. Durch Wissen und Fähigkeit dem Metall seinen Willen aufzuzwingen und dadurch ein Stück von sich selbst und seinem inneren ans Tageslicht zu bringen, ist eine wunderbare Erfahrung. Fragen sie einen Schmied wenn sie einen treffen und sie werden hören was ich meine.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hammerschmiede im Muckental

Auf der Kenzinger Talseite, dem Muckental, findet sich im Kellergeschoß des Gasthauses "Zur Hammerschmiede" eine der letzten gut erhaltenen Hammerschmieden des Schwarzwaldgebietes. Sie ist zugleich jüngste und derzeit einzige noch kontinuierlich betriebene Wasserkraftanlage im Bleichtal.

Im Jahr 1867 vom damaligen Muckenmüller Joseph Wehrte errichtet, sollte sie seinem Sohn Rudolf als künftige Existenzgrundlage dienen. Er hatte den Beruf des Hammerschmieds erlernt und da in der Umgebung ein ständiger Bedarf an einfachen land- und forstwirtschaftlichen Geräten und Steinbruchwerkzeugen bestand, lässt sich diese Entscheidung leicht nachvollziehen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DgtOEqosM_U

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