Samstag, 20 October 2018

Ein junger Altmeister berichtet

Frank B. - Warum ich schmiede?  

Es gleicht einer fast unglaublichen Geschichte, umso mehr muss sie abgefasst werden. Zu meiner Zeit, als ich die Schule beendete, hatte ich große Lust, ja sehr große Lust ein Handwerk zu erlernen. Dabei war ich als Seelbacher durchaus mit dem SCHMIEDEHANDWERK von der alten Geroldsecker Waffenschmiede vertraut. Ich weiß aber heute nicht mehr ob es der ausschlaggebende Grund gewesen war, dennoch ich wollte damals den Beruf des Schmieds erlernen. Auf dem Arbeitsamt, für uns Jungschmiede noch eine geläufiger Begriff, wurde dem jungen Herrn Bartmann erläutert, dass es diesen Beruf zumindest in der Umgebung von Lahr nicht mehr zu erlernen gibt. Man offenbarte mir der Beruf des Schlossers sei weit umfangreicher und interessant, aber der Junge Eifer in mir wehrte den Gedanken ab. Ein wenig enttäuscht musst ich nun neue Pläne SCHMIEDEN, und fing an die Unternehmen in der Nähe zu beäugen und so wurde ich Schreiner.

Das war so um 1992. Schreiner blieb ich nicht lange, dank eines wenig warmherzigen Meisters, hatte ich den Spaß an der Arbeit irgendwie nur in meinen eigenen Ideen gefunden. Und so trug es sich zu, dass ich mich einem Studium zuwandte und ich mich auch noch gänzlich dem Handwerk abwandte.Als ich nach langem Aufenthalt im Exil endlich wieder zurück in die Heimat fand und eine Bleibe im Bleichtal fand, stieß ich im Rahmen eines Tag des offenen Denkmals auf die Schmiede im Bleichtal. Vor Ort hatte ich mein Ansinnen zum Nachfragen des "Mitmachens" völlig vergessen. Erst im Nachgang stellte ich einem Herrn Feist die vorsichtige Frage, ob man nicht mal mitschmieden und mitsanieren dürfe...?? Die Antwort zu meiner Frage war positiv, ich möge mich nur noch ein wenig gedulden... Und Tatsächlich, unvermittelt kam eine Einladung zum Schmieden. Die beiden Uwes hatten mir den ewigen Wunsch erfüllt den Hammer auf glühendes Eisen zu schwingen. Meine erste Aufgabe war die Erstellung des weitbekannten Kerzenständers. Dieses Werkstück beinhaltete alle erforderlichen Grundfertigkeiten. Das beste an dem Ganzen war aber, dass wir uns derart gut verstanden, dass ich es gar nicht glauben konnte in einer neuen Gemeinschaft aufgenommen worden zu sein. Uwe schleppte mich dann zur Jahreshauptversammlung nach Bleibach, dort wurde ich aufgenommen in die Schmiedezunft... Und ich war angekommen.

 

Die Hammerschmiede im Muckental

Auf der Kenzinger Talseite, dem Muckental, findet sich im Kellergeschoß des Gasthauses "Zur Hammerschmiede" eine der letzten gut erhaltenen Hammerschmieden des Schwarzwaldgebietes. Sie ist zugleich jüngste und derzeit einzige noch kontinuierlich betriebene Wasserkraftanlage im Bleichtal.

Im Jahr 1867 vom damaligen Muckenmüller Joseph Wehrte errichtet, sollte sie seinem Sohn Rudolf als künftige Existenzgrundlage dienen. Er hatte den Beruf des Hammerschmieds erlernt und da in der Umgebung ein ständiger Bedarf an einfachen land- und forstwirtschaftlichen Geräten und Steinbruchwerkzeugen bestand, lässt sich diese Entscheidung leicht nachvollziehen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DgtOEqosM_U

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