Samstag, 22 September 2018

Ein Urgestein der Schmiedezunft

Wie ging es weiter mit den Schmieden?

Günther Wolfsperger ist ein Urgestein in unserer Schmiedezunft. Ein Vertreter der alten Generation von Schmieden, die den Wandel des Handwerks miterlebt haben. Auch heute noch ist er emisg dabei den Fortbestand des Handwerks und die Überlieferung der Tradionen zu unterstützen. Anlässlich einer Umfrage hat er einen Brief geschrieben in dem er viele seiner Ideen und auch Erinnerungen niedergeschrieben hat.

 Hier ein Auszug aus seinem hochinteressanten Brief:
...Es erinnert mich an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Es war die Zeit unserer Lehre. Immer mehr verstummte der Klang vom Ambos. Die alten Arbeiten (Beschläge, Hufbeschlag, Werkzeuge für die Waldarbeiter usw.) wurden immer weniger. Für unsere Mutter war oft kein Geld da, um einkaufen zu gehen. Also auf zu neuen Ufern. So sind wir auch in die Arbeiten der Schlosser eingebrochen.

Wir schmiedeten Gartentore, Fenstergitter, Geländer und vieles mehr. Die Innungen hielten zusammen. Es war vor allem der damalige Landesinnungsobermeister Spitzmüller aus Nordrach, der uns jungen Schmiede wieder auf die Beine half. Ich denke an die Winterkurse, die er durch sehr gute Lehrer und Ingenieure in Gang brachte. Deula-Schule in Ravensburg = 4-Wochen-Kurse. Motoren-Schlepper-Kunde, Landmaschinen, Ackergeräte wie Pflüge, Eggen usw. Oder Fa. Zinser (Hersteller von Schweißgeräten; die Firma, die in unseren Werkstätten das E-Schweißen mit ihren Geräten gelernt hat z. B. Gleichstrom-Wechselstrom, Stabelektroden = getauchte, dünnummantelte, mittelstark-, starkummantelte, KB-Elektroden. Was sind enge Räume, Fugenhoblen...
...So, das war ein kleiner Einblick wie wir überlebten.

Die Hammerschmiede im Muckental

Auf der Kenzinger Talseite, dem Muckental, findet sich im Kellergeschoß des Gasthauses "Zur Hammerschmiede" eine der letzten gut erhaltenen Hammerschmieden des Schwarzwaldgebietes. Sie ist zugleich jüngste und derzeit einzige noch kontinuierlich betriebene Wasserkraftanlage im Bleichtal.

Im Jahr 1867 vom damaligen Muckenmüller Joseph Wehrte errichtet, sollte sie seinem Sohn Rudolf als künftige Existenzgrundlage dienen. Er hatte den Beruf des Hammerschmieds erlernt und da in der Umgebung ein ständiger Bedarf an einfachen land- und forstwirtschaftlichen Geräten und Steinbruchwerkzeugen bestand, lässt sich diese Entscheidung leicht nachvollziehen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DgtOEqosM_U

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